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Er kämpfte für die Rechte von Tausenden Zwangsausgesiedelten

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Ilmenau/Geisa – Georg Wagner, der langjährige Präsident des Bundes der Zwangsausgesiedelten, ist am Donnerstag, dem 15.11.2007,  im Kreise seiner Familie gestorben. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes hat große Verdienste erworben. Mit seiner Arbeit im Bund der Zwangsausgesiedelten hat er dafür gesorgt, dass das Schicksal von Tausenden Menschen, die zu DDR-Zeiten aus ihrer Heimat deportiert und verbannt wurden, bekannt wurde. Georg Wagner ist selbst Opfer der Zwangsaussiedlung. Am 3. Oktober 1961 wurde er gezwungen, mit seiner Frau und seinen drei Kindern seine Heimatstadt Geisa zu verlassen. Die Familie wurde nach Ilmenau zwangsumgesiedelt. Nach dem Fall der Mauer konnte Georg Wagner in den Akten der Staatssicherheit nachlesen, welche erfundenen Anschuldigungen zu seiner Vertreibung geführt hatten. Der Makel der Aussiedlung hat die Familie bis 1989 belastet. Erst 1996 wurde Georg Wagner rehabilitiert – nachdem ein Verantwortlicher, der 1961 die Begründung zur Zwangsaussiedlung mit unterzeichnet hatte, eidesstattlich versicherte, falsche Angaben gemacht zu haben.

Hildegund Neubert, Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen, reagierte „mit Bestürzung“ auf die Nachricht von Wagners Tod. „Mit Geschick und Ausdauer hat er um eine angemessene Entschädigung und Anerkennung der Zwangsausgesiedelten gekämpft“, sagte sie. „Er hatte die Gabe, zur richtigen Zeit das Richtige zu tun. Es ist auch sein Verdienst, dass Thüringen mit der Zwangsausgesiedeltenstiftung mehr geleistet hat, als andere Länder. Sein Engagement und sein Lebensmut waren für viele Ansporn und Vorbild.“

Über das Schicksal der Familie Wagner hatte die stz in der Serie „Grenzspuren – Das Leben vor 1989 beiderseits der Grenze“ berichtet. Der Text – entstanden in einem Modellprojekt der Volkshochschulen des Wartburgkreises und des Landkreises Fulda, in dem Schülerinnen und Schüler der Gymnasien in Vacha und Hünfeld sich mit der Geschichte in der Grenzregion befassten, ist zu finden im Internet unter www.grenzspuren.de. stz

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